Niklas Merk an U18-EM
Der Schweizer Leichtathletikverband lobt Niklas Merk vom LC Schaffhausen für seinen tollen Wettkampf und seine professionelle Einstellung.
Die letzten Vorbereitungen für die U18-Europameisterschaften in Rieti/ITA verliefen sehr zufriedenstellend für Niklas Merk vom Leichtathletikclub Schaffhausen. Wurftrainer Björn Kötteritzsch von Swiss Athletics bemerkte sofort die gute Verfassung, in der Merk angereist war: «Die Trainingssessions verliefen nach Plan, das Einwerfen am Wettkampftag passte, so dass wir Niklas eine Qualifikation für den Final zutrauten.» Selbst die Hitze von 30 Grad während des Wettkampfes konnte dem Andelfinger dank seiner Physis und Kühlwesten nichts anhaben.
Merk wird im Qualifikationswettkampf in die zweite Gruppe eingeteilt, als zehnter Athlet wird er aufgerufen. Der LCS-ler lässt sich bei seinem ersten internationalen Einsatz nicht von der Umgebung ablenken: «Ich war von Beginn an konzentriert und fokussiert». In der Qualifikation zählt nur der beste der drei Versuche. Umso wichtiger ist der erste Wurf, um eine gute Grundlage für den Wettkampfverlauf zu schaffen und Zuversicht zu tanken.
Fokussiert beim ersten internationalen Auftritt
Am Samstagmorgen verfolgen zahlreiche LCS-ler auf der Munotsportanlage per Livestream gespannt den Einsatz von Trainingskollege Merk. Dieser schreitet äusserlich ruhig zum Start. Die erste Wurfabgabe gelingt, doch dann stockt Allen der Atem. Denn trotz aller Anstrengung kann Merk die enorme Energie aus seinem Schwung nicht mehr rechtzeitig auffangen. Sein Fuss übertritt knapp die Abwurflinie. Die rote Fahne geht hoch, ein Nuller. Der mitgereiste Vater Pascal Merk kennt solche heiklen Situationen als Zehnkämpfer. Vor einem Jahr wurde er bei den Masters Ü45 auf Madeira Europameister und stellte gleichzeitig einen neuen Schweizer Rekord in dieser Altersklasse auf. Vater Merk weiss sofort, das macht den weiteren EM-Einsatz seines Sohnes nicht einfacher.
Der zweite Wurf muss sitzen. Der Anlauf gelingt besser, die rote Fahne bleibt unten. Der «Sicherheitswurf» segelt über die 60-Meter Marke hinaus, obwohl bei der Wurfabgabe zwei, drei Meter verloren gehen. Ein guter, ja sogar sehr guter Versuch angesichts dieser schwierigen Ausgangslage. Merk hat diese Weite bei optimalen Verhältnissen erst zweimal übertroffen. Im dritten Versuch gibt es nur eine Strategie um weiter vom Final zu träumen: Alles auf eine Karte setzen. Merk passt den Anlauf wieder an und setzt all seine Kraft und Technik in diesen letzten Versuch. Doch auch dieses Mal geht die rote Fahne hoch, abermals knapp übertreten. Da ist auch grosses Pech im Spiel.
Lob vom Verband: Ziel erreicht
Die Weite von 60,29 Meter ergaben für Merk Rang 10 in der Gruppe. Der letzte Finalplatz ging mit 64,94 Meter an Island. «Die Enttäuschung war natürlich riesig, da ich bereits mit 65 Metern in den Final gekommen wäre,» zeigte Merk seine Ambitionen. Inzwischen blickt er bereits wieder nach vorne. Nach einer kurzen Trainingspause stehen im September die U18-Schweizermeisterschaften an. Dort gehört er zu den Favoriten.
Nati-Trainer Björn Kötteritzsch ist stolz auf die Leistung von Niklas Merk und seine professionelle Einstellung. Er hätte ihn gerne nochmals im Final begleitet. Fazit aus Sicht vom Verband Swiss Athletics: Ziel erreicht, wichtige Erfahrungen gesammelt. In den nächsten zwei Jahren erhält der LCS-ler Chancen auf weitere Teilnahmen an den Europameisterschaften 2027 und an den Weltmeisterschaften 2028 bei den älteren U20.
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