LCS fehlen 7 Rangpunkte für Verbleib in NLA

Von Ernst A. Müller

Nach zweijähriger Zugehörigkeit unter den besten acht Leichtathletikvereinen der Schweiz steigt der LC Schaffhausen wieder in die Nationalliga B ab.
Bei der Schweizer Vereinsmeisterschaft (SVM) in der Nationalliga A siegte Favorit LC Zürich vor den weiteren Grossvereinen aus dem Zürcher Umland, der Region Basel und der Stadt Bern. Der Leichtathletikclub Schaffhausen (LCS) lag auf der Anlage Sihlhölzli Zürich schon nach den ersten von 31 Entscheidungen am Schluss des Klassements, konnte aber den Rückstand auf Winterthur, Lausanne und Frauenfeld im Rahmen halten. Nach einem heftigen Gewitter und halbstündigem Unterbruch kam bei den Schaffhausern nach dem Doppelsieg der Sieber-Zwillinge im Dreisprung nochmals Hoffnung auf. Die Rechnerei und das Zittern in den abschliessenden zwei Wurfdisziplinen blieb aber vergeblich. Die Schaffhauser Leichtathleten verpassten ihr Ziel Klassenerhalt nach zweijähriger Anwesenheit in der höchsten Liga der Schweiz. Mit erzielten 457 Rangpunkten lag der LCS lediglich 7 Rangpunkte, die Staffel wurde erst im Nachhinein gewertet, hinter Aufsteiger Frauenfeld und auch nur 10 Punkte hinter Winterthur. Bei der abschliessenden Pizzarunde im Freien wandelte sich der Frust bei Mannschaftsleitung, Helfern, Fans und den 46 Athleten langsam wieder in Zuversicht: «Im nächsten Jahr steigen wir wieder in die Nationalliga A auf!»

Doppelsieg durch Sieber-Zwillinge im letzten Versuch
Nach dem Gewitter mit Regen und Hagel war die Anlaufbahn im Dreisprung, der drittletzten Entscheidung, noch nass. LCS-Präsident Simon Sieber, der letztes Jahr vom Spitzensport zurückgetreten ist, hatte sich für den wichtigen Mannschaftswettkampf die Nagelschuhe wieder aus dem Schrank geholt. In seinem letzten Versuch überholte Sieber den führenden französischen Top-Springer von Lausanne. Bruder Roman wusste als Teamleiter, dass jeder Punkt zählt. Er legte alles was er konnte in seinen letzten Versuch. Bevor gemessen wurde riss er die Arme in die Höhe. Es war der weiteste Sprung des Tages mit 14,22 Meter. Das bedeutete Rang 1 und 2 für den LCS und die maximal mögliche Punktzahl. Kurz danach machte Lisa Hohermuth im Diskuswerfen mit Rang 5 weitere Punkte gut. Am Schluss fehlte den LCS-lern trotz grossartigem Kampfgeist das Wettkampfglück. Es fehlten lediglich winzige Zentimeter oder Hundertstelsekunden, um sich einen Rang nach vorne zu schieben.

Die wichtigsten Punktesammler
Mehrkämpferin Lydia Boll strahlte nach ihrem weiten Speerwurf von 44,73 Metern und dem feinen zweiten Rang. Auch im Hürdensprint war sie mit Rang fünf vorne dabei. Enrico Güntert sicherte sich über 200 Meter den zweiten Rang, indem er sich ins Ziel stürzte und nachher bei der Sanität gepflegt werden musste. Trotzdem liess er es sich nicht nehmen in der 4x100 Meter Mixed-Staffel mit Ayal Schelling, Lorin Tobler und Lydia Boll nochmals anzutreten und Rang sechs zu sichern. Wertvolle Punkte lieferten auch die Kollegen von Partner-Vereinen aus der nahen Deutschen Nachbarschaft. Jens Mergenthaler lieferte über 800 Meter als Zweiter und über 3000 Meter als Vierter eine kämpferische Leistung ab. Und bei den Frauen erzielte Luzia Herzig im Stabhochsprung mit 3,80 Metern ebenfalls den zweiten Platz.

Nachwuchs mit internationalen Ambitionen
Die 19-jährige Nadja Lüthi übersprang die Latte auf einer Höhe von 1,81 Meter und war unter den zahlreichen Schweizer Spitzenhochspringerinnen die Zweitbeste. Die Leistung vom LCS-Hochsprungtalent wird am internationalen Massstab deutlicher sichtbar, denn sie schaffte damit auch die Limite für die Weltmeisterschaften der U20 im kommenden Juli im amerikanischen Leichtathletik-Mekka Eugene. Das gleiche Kunststück gelang einen Tag zuvor Amaja Rahm in ihrer Paradedisziplin 3000 Meter Steeple mit neuem U20-Schweizerrekord von 10:21,02 Minuten am Meeting in Karlsruhe/D. In Zürich stand sie über 400 Meter flach und 400 Meter Hürden für den LCS im Doppeleinsatz. Die letztjähre U23 EM-Teilnehmerin Malin Rahm litt längere Zeit unter einer schweren Verletzung. Sie und Liv Egli sorgten mit Rang vier und fünf über 3000 Meter für wertvolle LCS-Punkte. Mit Wurftalent Niklas Merk entwickelt sich in Schaffhausen ein weiterer Kandidat für internationale Nachwuchsmeisterschaften. Mit persönlicher Bestleistung von 58,43 Metern mit dem schweren Männerspeer am SVM darf er sich Chancen auf die Limite für die Europameisterschaft bei den U18 (62,00 Meter) im Juli in Rieti/IT mit dem leichteren Speer seiner Altersgruppe ausrechnen.
«Die Enttäuschung über den verpassten Klassenerhalt ist gross. Wir haben sogar mehr Rangpunkte erzielt als letztes Jahr. Die Konkurrenz war diesmal echt stark, was wir neidlos anerkennen», zieht Teamleiter Roman Sieber Bilanz. Damit es in Zukunft für einen Platz unter den acht besten Vereinen in der Schweiz wieder reicht, plant der Sportliche Leiter Daniel Rahm beim LCS strukturell Optimierungen: «Damit wir in den nächsten Jahren auch die Lücken bei unseren schwächeren Disziplinen abdecken können.»

(Korrektur der Resultate am 14.6.26, da bei Erstellung des Berichtes die Resultate der abschliessenden Staffelläufe noch nicht einberechnet waren, Daniel Rahm)

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Boll bei Speerwurf
Boll über die Hürden
Güntert_Start 200 m SVM ZH 31 05 2026
Stabübergabe von Güntert an Schelling
Hoch hinaus mit Stab_SVM Nati A 2026 Sihlhözli
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Zebra Rücken