Drei LCS-Talente empfehlen sich für WM und EM

Drei LCS-Talente empfehlen sich für WM und EM
Beim Leichtathletikclub Schaffhausen wachsen gleich drei Hoffnungsträger heran, die für die Schweizer Nationalmannschaft an internationalen
Nachwuchsmeisterschaften starten: Amaja Rahm, Nadja Lüthi und Niklas Merk.

LEICHTATHLETIK
Nachwuchs WM und EM
Ernst A. Müller

Newcomer Niklas Merk
In den letzten Jahren gehörte Leon Grosshans vom Leichtathletikclub Schaffhausen beim Nachwuchs zu den besten Speerwerfern der Schweiz. Letztes Jahr durfte er sich deshalb Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft U18 machen, bis er sich unglücklicherweise verletzte. Schon damals machte der ein Jahr jüngere Vereinskollege Niklas Merk in der gleichen Disziplin mit der Bronzemedaille an der Schweizermeisterschaft auf sich aufmerksam. In dieser Saison steigerte sich der 17-jährige Merk nochmals deutlich und übertraf die Limite für die Europameisterschaft U18 von 62 Metern. Vor einer Woche doppelte der Andelfinger nach, sein 700 Gramm schweres Wurfgerät schleuderte er sagenhafte 64,70 Meter weit. Damit ist er zur Zeit der zweitbeste Schweizer und konnte seine Konkurrenz beim Kampf um den zweiten EM-Platz um mehr als satte vier Meter distanzieren. Damit darf sich Merk für die Reise an die Europameisterschaft U18 vom 17. Juli nach Rieti/IT bereit machen. Ein Meilenstein von Merk in seiner noch jungen Sportkarriere.
Ein entscheidender Faktor für die enormen Fortschritte von Merk war der Wechsel an die Sportschule in Kreuzlingen, wo er die KV-Ausbildung absolviert. Das ermöglicht ihm Schule und Leistungssport optimal miteinander zu verbinden. «Dort habe ich mehr Zeit um intensiv zu trainieren und mich weiter zu entwickeln», blickt Merk in die Zukunft. LCS-Trainer Wars Aniol ortet weiteres Potenzial bei seinem ambitionierten Schützling dank dessen Trainingseinsatz und mentaler Stärke.
Erfolgreiche Läuferfamilie Rahm
Schon Mutter Christine Rahm stand 1989/90 als Mittelstreckenläuferin dreimal in der Schweizer Nationalmannschaft bei den Aktiven. Nach einem hoffnungsvollen Einstieg in die Leichtathletik von der ältesten Tochter Kajsa folgte schon die nächste Tochter dem Ruf der Tartanbahn. Malin gewann bereits fünf Medaillen an Schweizermeisterschaften und qualifizierte sich für alle drei Grossanlässe in ihrer Läuferkarriere: Europameisterschaft bei den U18, U20 und U23. Nach längerer Verletzungspause im Winter kehrte sie inzwischen mit neuem Kantonalrekord über 5000 Meter auf die Erfolgsspur zurück. Quasi im «Rückenwind» ihrer Geschwister hat sich auch Amaja, die Jüngste der Rahm-Sisters, zu einem
Aushängeschild der Schweizer Nachwuchs-Leichtathletik entwickelt: Fünf Schweizermeistertitel sowie Kantonalrekorde am Laufmeter. Auch Amaja schaffte den Sprung an alle internationalen Meisterschaften in ihrer damaligen Altersklasse: EYOF 2023, EM U18 2024 und EM U20 2025. In diesem Jahr ging es noch höher hinaus:
Schweizerrekorde über 2000 und 3000 Meter Steeple, sowohl bei den U20 als auch schon bei den älteren U23. Damit dürfte sich gleichzeitig der Traum vom nächsten internationalen Einsatz erfüllen, die Teilnahme an der Weltmeisterschaft U20 im amerikanischen Leichtathletik-Mekka Eugene/USA.

Nadja Lüthi – Hochsprungtalent
Die 19-jährige Nadja Lüthi gehört zu den grossen Schweizer Talenten im Hochsprung. Zusammen mit Céline Weber aus Zürich zählte die LCS-lerin in den letzten Jahren zu den erfolgreichsten Hochspringerinnen der Schweiz, sowohl in den Nachwuchskategorien als auch bereits bei den Frauen. Lüthi gewann an nationalen Nachwuchsmeisterschaften schon zahlreiche Titel und Medaillen. In der Elitekategorie wurde sie in der Halle 2025 Vize-Schweizermeisterin. Sie ist im Kanton Schaffhausen mit ihrer Bestleistung von 1,83 Meter die beste Hochspringerin aller Zeiten. Ihr vielfältiges Leichtathletiktalent zeigte die Marthalerin auch mit ihrem letztjährigen Hallen-Schweizermeistertitel im Mehrkampf U20. Auf internationaler Ebene erfüllte Lüthi seit vier Jahren immer die Limite für die europäischen Meisterschaften. Den grössten Erfolg erzielte sie an der letztjährigen EM U20 in Tampere mit dem hervorragenden sechsten Rang unter der europäischen Nachwuchselite. Notabene
eines der besten Ergebnisse der Schweizer Delegation. Für die kommende Weltmeisterschaft U20 im August hat sie in dieser Saison die Limite mit 1,81 Metern bereits zweimal erfüllt. Damit ist sie die Nummer eins ihrer Alterskategorie in der Schweiz und darf sich berechtigte
Hoffnungen auf eine WM-Selektion machen.

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Nadja und AmajaEM U20 2025 Tampere_Foto E. Lühti
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