Drei LCS-ler reisen mit Medaillenchancen an Hallen-Schweizermeisterschaft

Roman Sieber, Nadja Lüthi und Enrico Güntert vom Leichtathletikclub Schaffhausen gehören an den Hallen-Schweizermeisterschaften am Wochenende in St. Gallen zum Favoritenkreis.

Ernst A. Müller

Die 18 Jahre junge Nadja Lüthi gehört unter der siebenköpfigen Delegation vom Leichtathletikclub Schaffhausen bereits zur Medaillenanwärterin an der Hallen-Schweizermeisterschaft bei den Frauen. Das Hochsprungtalent reist gut gerüstet und mit dem Vertrauen vom soeben gewonnenem Schweizermeistertitel bei den Juniorinnen im Gepäck an die Hallen-SM. Im Gegensatz zum letzten Wochenende trifft sie in St. Gallen bei den Frauen auf ihre langjährige Konkurrentin Céline Weber, die ein Jahr älter ist und deshalb bei der SM U20 nicht mehr starten konnte. Die beiden Spitzenhochspringerinnen haben sich schon oft spannende Duelle um Gold- und Silber bei den Schweizermeisterschaften geliefert, sowohl beim Nachwuchs als auch bereits in der Kategorie Frauen. Auch im Hinblick auf die Hallen-SM führen sie mit ihren hochstehenden Saisonbestleistungen das nationale Feld der Hochspringerinnen mit 1,81 (Lüthi) und 1,84 Meter (Weber) an. Dennoch nimmt es LCS-lerin Lüthi entspannt: «Erwartungen habe ich keine, als Ziel einen Podestplatz.»

Roman Sieber strebt die 15-Meter-Marke an

Simon und Roman Sieber standen in den letzten Jahren an der Hallen-SM im Dreisprung meistens auf dem Podest, einer oder gar beide zusammen. Diesmal startet Roman ohne Zwillingsbruder Simon, da dieser im Herbst vom Wettkampfsport zurückgetreten ist. Weil auch die Dreispringer Silvan Ryser und Carlos Kouassi nicht an der Hallen-SM starten, gehören am Sonntag Sandro Graf und Roman Sieber zu den Kronfavoriten. Der Weg zuoberst auf das Podest ist für Sieber dennoch kein Spaziergang, da Graf in dieser Hallensaison bereits weiter als der Schaffhauser sprang. «Ich strebe eine Verbesserung meiner persönlichen Hallenbestleistung an und den ersten Schweizermeistertitel im Dreisprung seit 10 Jahren», zeigt sich der wettkampfstarke LCS-ler kämpferisch.
Güntert gegen die nationalen Spitzensprinter
Enrico Güntert freut sich nach seinem Bob-Abenteuer auf die Schweizermeisterschaften in der Leichtathletik. «Meine Erwartungen sind klar, ich will die 60 Meter unter 6,70 Sekunden laufen», erklärt ein zuversichtlicher Güntert, nachdem er für die Olympischen Spielen aus unerklärlichen Gründen vom Bobverband nicht selektioniert wurde. Die angesprochene Zeit ist für Güntert mit einer persönlichen Bestleistung von 6,62 Sekunden nicht unrealistisch. Ohne grosse Sprintvorbereitung lief er beim Titelgewinn an den Baden-Württembergischen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe bereits wieder 6,75 Sekunden. Da liegt also noch mehr drin! Denn der Büsinger konnte in den letzten vier Wochen - seit längerer Zeit - wieder gezielt für die Sprints auf der Tartanbahn trainieren. Eine Steigerung ist auch notwendig, denn die zwei europäischen Klassesprinter Ricky Petrucciani und Timothé Mumenthaler legten mit 6,66 und 6,69 Sekunden vor.
Mehrkämpferin Lydia Boll hat gleich in mehreren Disziplinen die SM-Limite erfüllt. Nach längerer Verletzungspause hat sie sich kürzlich mit einem guten Weitsprung nahe an die 6-Meter-Grenze zurückgemeldet. Damit hat Boll Chancen für einen Finalplatz, ebenso strebt sie diesen im Kugelstossen an. Über die 60 Meter Hürden ist der Halbfinal das Ziel.

Neuer Kantonalrekord für Schelling und Lenhard?

Ayal Schelling und Kevin Lenhard wollen die tolle Atmosphäre in der Halle von St. Gallen nutzen, um ihre persönlichen Bestleistungen zu steigern. Das bedeutet bei Beiden, dass dann ihre eigenen Kantonalrekorde fallen würden. «An der SM jage ich meine Bestleistung», gibt der 39-jährige Kevin Lenhard sein Ziel vor. Dafür muss der Routinier die 7,260 Kilogramm schwere Kugel nur noch 3 Zentimeter weiter stossen. Bei LCS-Rückkehrerin Ayal Schelling sind über 200 Meter mindestens 24,76 Sekunden für einen Kantonalrekord gefragt. «Cool wäre auch eine Halbfinal-Qualifikation über 60 Meter».
Für Tim Hübscher geht es für einmal lediglich um einen Test und nicht um einen Spitzenrang bei den Mittelstrecklern. Denn nach einer Herzbeutelentzündung im Herbst darf sich der aktuelle Steeple-Schweizermeister bereits glücklich schätzen, dass er überhaupt schon wieder einen Wettkampf bestreiten kann.
In St. Gallen fehlen trotz Limite die Nachwuchshoffnungen Felix Doll und Malin Rahm, die zur Zeit an den Universitäten in Hamburg und Boston studieren, sowie Dominik Fehr, Lisa Hohermuth, Amaja und Yuriy Rahm.

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