Enrico Güntert zweifacher Landesmeister von Baden-Württemberg

Am Wochenende zeigten Enrico Güntert, Ayal Schelling und Lydia Boll vom LC Schaffhausen, dass mit ihnen an den Schweizermeisterschaften in der Halle zu rechnen ist. 

Ernst A. Müller

Es ist hart für Athletinnen und Athleten eine Olympiateilnahme zu verpassen. Enrico Güntert blickt nach dem Bob-Abenteuer nach vorne und kehrt zur Leichtathletik zurück. Der Büsinger startete am Samstag/Sonntag für den befreundeten Turnverein Engen/Schwarzwald an den Landesmeisterschaften von Baden-Württemberg. «Das ganze Wochenende war für mich wie ein Traum. Ich wurde vom Verband und den Athleten herzlich empfangen und meine Freundin hat mich gecoacht», blickt Güntert auf zwei ausserordentliche Tage zufrieden zurück.

Güntert BW-Landesmeister über 60 und 200 Meter 

Enrico Güntert vom Leichtathletikclub Schaffhausen hatte nur wenig Vorbereitungszeit um sich nach der Bob-Saison auf den Sprint in der Leichtathletik vorzubereiten. Zudem fehlt ihm auf der Bahn die Wettkampfpraxis nach der langen Krankheit 2024/25. Kein Wunder war er nervöser als erwartet. Trotzdem qualifizierte sich der Büsinger im Vorlauf an den Landesmeisterschaften in Karlsruhe mit erfreulichen 6,75 Sekunden souverän für den 60-Meter-Final. Dort siegte er gegen die besten Sprinter im drittgrössten deutschen Bundesland mit deutlichem Vorsprung. Güntert lief in der Halle zum ersten Mal in seiner Karriere über 200 Meter. Er holte sich den zweiten Landesmeistertitel innerhalb von zwei Tagen und blieb in 21,82 Sekunden unter dem Kantonalrekord von Felix Doll.

Seine Schweizer Sprintkollegen sind gewarnt, denn Güntert hat nach seinem ersten Sprinteinsatz noch Potenzial. Er muss sich zuerst daran gewöhnen den Muskelzuwachs vom Bobtraining in Schnelligkeit umzusetzen. «Mit gezielten Schnelligkeitstrainings und Wettkämpfen wird er rasch bereit sein. Das war auch bei seiner Limite für die Hallen-Europameisterschaft so,» berichtet Betreuer Daniel Rahm. Bis zur Schweizermeisterschaft in St. Gallen Ende Februar hat Güntert also noch Zeit. 

  1. Rang von Lydia Boll am nationalen Meeting

Mehrkämpferin Lydia Boll vom LCS konnte wegen einer Achillessehnen-Tendinitis das letzte halbe Jahr kaum trainieren. Dank behutsamem Aufbau und viel Aufwand in die Reha kämpfte sie sich zurück. Die Bronzemedaillengewinnerin an der Universiade 2023 in Chengdu/CHN freute sich dementsprechend auf den Wettkampf in Magglingen. Die Inhaberin des Kantonalrekordes im Siebenkampf durfte bei diesem Test mit 8,89 Sekunden über die 60 Meter Hürden und 1,60 Meter im Hochsprung zufrieden sein. Im Weitsprung steigerte sich Boll im letzten Versuch auf beachtenswerte 5,94 Meter, was ihr unter den nationalen Konkurrentinnen den zweiten Rang einbrachte. Das macht Hoffnung, dass sie in vier Wochen an den Schweizer Hallen-Meisterschaften wieder um die Medaillen mitreden kann.

Ayal Schelling erneut mit Kantonalrekord

In Magglingen überzeugte auch Rückkehrerin Ayal Schelling im Dress vom LC Schaffhausen mit zwei vierten Rängen und persönlichen Bestleistungen (PB). Über 60 Meter senkte sie ihre PB auf 7,60 Sekunden und ist damit die schnellste Sprinterin seit 30 Jahren in der Region Schaffhausen. Lediglich Isabella Keller-Lusti 1979 (mit dem heute noch bestehenden Kantonalrekord von 7,49 Sekunden) und Käthi Sutter 1995 (7,55 Sekunden) waren je schneller. Über 200 Meter verbesserte Ayal Schelling ihren kürzlich aufgestellten Kantonalrekord auf die neue Marke von 25,16 Sekunden. Damit blieb sie abermals in beiden Sprintdisziplinen unter der Limite für die kommenden Hallen-Schweizermeisterschaften.

Nachwuchsathletin Noemi Meister lief bei den U18 die 60 Meter in 8,33 und die 200 Meter in 27,47 Sekunden.

Am gleichen Meeting in der Halle «End der Welt» stürmte die 23-jährige Valentina Rosamilia vom BTV Aarau in einem internationalen Rennen über 600 Meter in 1:26,10 Minuten ins Ziel. Die WM-Zweite bei den U20 über 800 Meter verbesserte damit den Schweizer Hallenrekord von Weltklasseläuferin Audrey Werro aus dem Kanton Fribourg um vier Hundertstelsekunden. Die 21-jährige Werro gewann andernorts im französischen Val-de Reuil in 1:57,49 Minuten den 800-Meter-Lauf und verbesserte mit Jahresweltbestleistung ihren Schweizer Hallenrekord. 

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