Vorschau auf Leichtathletik-SM am Wochenende in Frauenfeld mit zehn Vertretern vom LC Schaffhausen.
Ernst A. Müller
An den Schweizermeisterschaften im nahen Frauenfeld starten am Samstag und Sonntag die besten Leichtathleten unseres Landes, darunter auch zehn ambitionierte Athleten vom LC Schaffhausen. Von diesen haben Routinier Simon Sieber im Dreisprung und Nachwuchstalent Nadja Lüthi im Hochsprung die grössten Medaillenchancen. Grosser Abwesender ist der letztjährige Sprint-Vizemeister Enrico Güntert wegen seiner Muskelverletzung. Er möchte jedoch den LCS in zwei Wochen an den Schweizer Vereinsmeisterschaften in der höchsten Liga unterstützen.
Sieber-Zwillinge in Lauerposition
Simon und Roman Sieber im Dreisprung treten an der diesjährigen Schweizermeisterschaft für einmal nicht als Favoriten an. Diese Rolle wird dem Hallen-Schweizermeister Silvan Ryser zugesprochen, der in diesem Jahr die 15-Meter-Marke mehrmals übersprungen hat. Titelverteidiger Simon Sieber und der frühere Internationale Carlos Kouassi sind Anfang Saison nahe an diese Marke herangekommen. Unklar ist allerdings ihr aktueller Formstand nach der Sommerpause. Mit beachtlichen Sprüngen und PB hat dafür Sandro Graf in jüngster Zeit überzeugt. Aber auch Roman Sieber könnte um die Vergabe von Edelmetall eingreifen, wenn es ihm gelingt mit seiner Erfahrung sein Potenzial abzurufen. Er startet zudem in seiner Lieblingsdisziplin Hochsprung.
Bei den Frauen hat May-Madeleine Gysi die 12-Meter-Marke in dieser Saison bereits übersprungen und strebt einen Finalplatz an.
Konkurrenz für Nadja Lüthi
Im Hochsprung hatte unter den besten Hochspringerinnen in der Schweiz in dieser Saison einmal die Marthalerin Nadja Lüthi die Nase vorn, zuletzt an der EM U20, und ein anderes Mal Céline Weber aus Zürich. Ein Blick auf die Meldeliste zeigt aber, dass die beiden starke Konkurrenz erhalten. Drei weitere Hochspringerinnen liegen nur Zentimeter hinter den zwei Favoritinnen und könnten für eine Überraschung sorgen.
U23-Athlet Felix Doll vom LC Schaffhausen hat kürzlich mit Kantonalrekorden für Furore gesorgt. Im Hürdensprint liegt er bei den Männern im SM-Ranking auf Rang neun. Er ist sich bewusst, dass der Einzug in den Final eine schwierige Aufgabe ist. Über die 100 Meter versucht er sich weiter zu verbessern.
Mehrkämpferin Lydia Boll musste wegen einer lädierten Achillessehne eine längere Pause einschalten und startet am Wochenende erstmals in dieser Freiluftsaison. Lisa Hohermuth hat ebenfalls im Kugelstossen die Limite erreicht, kann aber wegen eines Bänderrisses nicht antreten.
Yuriy Rahm mit PB im Rucksack
Seit Jahrzehnten leuchtet bei einem Schaffhauser Läufer über 800 Meter zum ersten Mal wieder «1:49» auf. Mit dieser Zeit liegt Yuriy Rahm auf Rang acht der SM-Meldeliste. Damit kann er sich leise Hoffnungen für einen Finalplatz machen, wofür es aber im meist taktisch gelaufenen Vorlauf das notwendige Wettkampfglück braucht. Steeple-Schweizermeister Tim Hübscher kann über 5000 Meter verletzungsbedingt nicht starten.
Erfahrung sammeln an SM
Erfreulicherweise haben drei weitere Nachwuchsathletinnen die SM-Limite bei den Frauen erreicht: Liv Egli (U23) über 5000 Meter, Yael Waeffler (U23) über 400 Meter Hürden und Jael Dommen (erst U18) über 800 Meter. Constantina Künzle bestreitet erst seit dieser Saison Bahnläufe: «Die Vorfreude auf meine erste Schweizermeisterschaft über 1500 Meter wächst mit jedem Trainingstag».
