Top ten für Nadja Lüthi an Europameisterschaft U20

Erfolgreiche EM für die Nachwuchstalente vom Leichtathletikclub Schaffhausen 

Ernst A. Müller

Nadja Lüthi souverän für Final qualifiziert

Der Qualifikationswettkampf für den Final ist beim Hochsprung an grossen Meisterschaften für die Sportler eine Zitterpartie. An der Europameisterschafft U20 in Finnland war bei Nadja Lüthi vom Leichtathletik Club Schaffhausen zumindest äusserlich nichts davon zu spüren. Die 18-Jährige liess die Anfangshöhe aus und begann ihren Wettkampf, als die Latte auf 1.69 Meter gelegt wurde. Diese Höhe und auch 1.73 und 1.77 Meter meisterte sie alle souverän im ersten Versuch, während einige erprobte Konkurrentinnen bereits Nerven zeigten. Bei 1.81 Meter wurde der Vorkampf abgebrochen, da die zwölf Finalistinnen bereits feststanden. Die Marthalerin Nadja Lüthi strahlte, sie hatte ihr grosses Ziel Finalplatz an der EM erreicht. „Die längere Trainingsphase mit einem erfolgreichen Wettkampfabschluss haben ihr die Sicherheit gegeben“, erläuterte Trainer Peter Knoepfli die Steigerung genau auf diesen entscheidenden Tag hin.

Punktgenau auf den EM-Final bereit

Der Final am Sonntag konnte in Tampere bei angenehmen Wetter durchgeführt werden. Die LCS-lerin wirkte nach aussen cool, war innerlich aber „positiv“ nervös, heisst bestens bereit für ihren Einsatz. An diesem Wettkampftag zeigte Lüthi abermals eine tolle Tagesform und setzte ihre Serie aus der Qualifikation fort. Mit technisch schönen Sprüngen meisterte sie alle Höhen von 1.68, 1.73 und 1.77 Meter abermals ohne Probleme im ersten Anlauf. Bei der Höhe von 1.80 Meter wurden die Nerven der mitgereisten Eltern, Trainer Peter Knoepfli und den Betreuern der Schweizer Nationalmannschaft arg geprüft. Sie konnten erst im letzten Versuch aufatmen, als Lüthi auch diese Aufgabe meisterte. Das Teilnehmerfeld lichtete sich nun schon deutlich. Bei 1.83 Metern, ihrer persönlichen Bestleistung, fehlte Lüthi nur wenig. Die Latte fiel erst ganz am Schluss wegen einer leichten Berührung mit dem Unterschenkel. Lediglich fünf Athletinnen übertrafen die 1.83 Meter und höher, so dass eine überglückliche Lüthi sich über den ausgezeichneten 6. Rang an der EM U20 freute: „Ich hatte viel Spass an diesem Wettkampf“.

Amaja Rahm Zehnte im Vorlauf

Im Steeple-Rennen tauchte im Livestream das Schweizer Nati-Leibchen bereits in der ersten Rund an der Spitze des Feldes auf. Und das änderte sich so bald nicht. Amaja Rahm vom LC Schaffhausen zeigte sich konzentriert und entschlossen. Die ersten zwei Kilometer lief sie meistens an dritter Stelle. So konnte sie dem Gedränge hinter ihr entgehen. Geschickt verhielt sie sich auch am Wassergraben, als sie einer stürzenden Konkurrentin ausweichen und einen Sturz verhindern konnte. „Mit ihrer Hürdentechnik konnte sie im europäischen Klassefelde mithalten, auch läuferisch klappte es lange“, stellte Trainer Daniel Rahm fest. Auf den letzten zwei Runden verschärften die Konkurrentinnen jedoch das Tempo und spurteten um die Finalplätze. Rahm konnte dieser Tempoverschärfung nicht mehr ganz folgen. „Es fehlte mir heute am Schluss etwas die Kraft,“ gab Amaja Rahm nachträglich zu Protokoll. Sie lief als Zehnte ins Ziel, was leider nicht für den Finaleinzug reichte. Dennoch darf sie mit ihrer guten Leistung zufrieden sein, lediglich fünf Sekunden blieb sie über ihrer PB. „Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr eine weitere Chance erhalte an einem internationalen Grossanlass um einen Finalplatz zu kämpfen,“ zog Rahm Bilanz. 

2026 wartet die Weltmeisterschaft U20 auf Lüthi und Rahm

Rahm und Lüthi haben aufgrund ihrer Leistungen guten Grund optimistisch in die Zukunft zu schauen, denn 2026 gehören sie bei den U20 zum älteren Jahrgang. Dann findet ein weiterer Höhepunkt in ihrer noch jungen Sportlerkarriere statt, die Weltmeisterschaft U20 im Leichtathletik-Mekka der USA in Eugene. Die beiden LCS-lerinnen Lüthi und Rahm haben beide die zu erwartende Limite bereits in Reichweite, müssen sie im nächsten Jahr jedoch noch bestätigen. Die Erfahrungen von der EM in Tampere werden dann auf jeden Fall nützlich sein.

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