Ernst A. Müller aus Winterthur
An den stimmungsvollen Schweizermeisterschaften in Winterthur erreichten mehrere Leichtathleten die Olympialimite. Vom LC Schaffhausen sorgten die «Goldzwillinge» Sieber für einen Doppelsieg und Enrico Güntert für eine Silbermedaille.
Doppelsieg mit 15-Meter-Sprüngen für die Siebers
Die Sieber-Zwillinge hatten sich einen erneuten Doppelsieg vorgenommen. Sie setzten sich von Anfang an die Spitze des Feldes. Nach mehreren Fehlversuchen übertraf Roman Sieber mit seinen 15.08m Zwillingsbruder Simon. Im drauffolgenden Versuch riss dann Simon nach der Landung jubelnd die Hände in Höhe. Die weisse Flagge ging hoch, unglaubliche 15.65m leuchteten auf. Das bedeutete für Simon Sieber den sechsten Schweizermeistertitel in Folge, den angepeilten Doppelsieg der Zwillinge und neuen Kantonalrekord, den sein Bruder Roman mit 15.45m nunmehr zehn Jahren gehalten hat. Positive sind auch die Aussichten, im Alter von über 30 Jahren haben beide noch weiteres Potenzial!
Endlich, endlich die Form gefunden
Enrico Güntert waren die Emotionen im Interview nach seinem Silber-Lauf über 100 Meter anzumerken. Er wurde umringt von Familie, Fans und jungen Autogrammjägern. Es brauchte schon den EM-Bronzemedaillengewinner William Reais, um den Büsinger zu bezwingen. Auch Nati-Trainer Patrick Saile war über die 10.39sek des LCS-lers erleichtert. Sagen wollte er es nicht, aber ohne die Verletzungen von Güntert hätte die Schweizer Sprintstaffel an der WM im Mai die fehlenden fünf Tausendstelsekunden zur Qualifikation für die Olympischen Spiele wohl herausgeholt.
Boll und Lüthi – Kampf um Bronze
Nachwuchstalent Nadja Lüthi übersprang die Latte jeweils im ersten Versuch, selbst die neuen PB von 1.79m. Zur Freude von Trainer Peter Knoepfli und den zahlreichen Fans aus Marthalen blieb die Latte beim zweiten Versuch über 1.82m oben. Das ist neuer Kantonalrekord und ein Versprechen für die Zukunft, denn nur gerade drei Schweizerinnen sprangen bisher in diesem Alter von 17 Jahren je höher als Lüthi. Das ist neben der EM-Limite der U18 auch das Ticket für die WM der U20 in Peru. Den erstmaligen Gewinn einer SM-Medaille bei den Frauen verpasste Lüthi lediglich wegen einem Fehlversuch.
Auch Lydia Boll zeigte sich in ausgezeichneter Form und kämpfte über den gesamten Siebenkampf um eine Medaille: 13.91sek über 100 Meter Hürden, 1.71m Hoch, 13.36m Kugel, 24.81sek 200 Meter, 5.94m im Weit, 46.04m Speer und 2:15,91min über 800 Meter. Mit ihrem neuen Kantonalrekord von 6008 Punkten fehlten ihr nur 50 Punkte zu Bronze und 84 zum Titel.
Bei seinem ersten Hochsprung-Wettkampf in dieser Saison verblüffte Roman Sieber mit 2.00m und verpasste einen weiteren Podestplatz nur knapp.
4 mal in Top Ten bei Läufen
Malin und Amaja Rahm qualifizierten sich über 1500 Meter knapp für den Final, wo sich die Nachwuchstalente beide in den Top Ten platzierten. Amaja blieb im Vorlauf mit 4:33,41min unter der Limite für die U18-EM, wird dort aber wohl über die 2000 Meter Steeple starten.
Tim Hübscher musste über 5000 Meter über weite Strecken alleine laufen und wurde mit 14:35,51min guter Neunter, Liv Egli mit 18:02,70min Zehnte. Yuriy Rahm wurde in seinem Vorlauf über 800 Meter mit neuer PB von 1:54,19 Vierter, Nicolas Bachmann in 1:58.26 Siebter.
May-Madeleine Gysi erzielte im Dreisprung dreimal Bestleistung und wurde im gut besetzten Feld mit 11.93m Elfte, Dominic Fehr mit 1.90m im Hochsprung 13. und Lisa Hohermuth im Kugelstossen 14.


